Weihnachten, das Fest der Liebe
Verfasst von shugyosha am Dezember 11, 2007
Wenn die Tage kürzer und draussen die Erde braun und schlammig wird, dann nennt man das Winter. Klingt komisch, ist aber so.
Kerzen- und Schokoladenhersteller haben Hochkonjunktur und auch eine kleine Wissensplattform spürt: Weihnachten steht vor der Tür.
Weihnachten, ein Fest der Liebe …oder doch eher der Geschenke? Während man beständig Fragen liest, was man Müttern (41) schenken könnte oder worüber sich 12jährige Mädchen am meisten freuen, kommt mir der Gedanke, was für mich eigentlich Weihnachten bedeutet.
Zunächst: es fühlt sich für mich nicht mehr nach Weihnachten an, seit Jahren nicht mehr. Auch wenn die Duftstecker mit Zimtaroma mir penetrant die Luft nehmen, egal wo ich zu Besuch bin. Auch Schokoladenweihnachtsmänner Mitte September oder Geschenkestress am Vormittag des 24.12. haben für mich nichts mit diesem (ursprünglich mal kirchlichen) Feiertag zu tun. Weihnachten ist einfach eine Ansammlung freier Tage, die mein Urlaubs-Zeitkonto nicht belasten.
Ich frage mich, ob ich mit diesen Gedanken alleine bin oder es noch mehr Menschen gibt, die Weihnachten am liebsten mit einer Decke über den Kopf vorüber gehen lassen möchten. Ich gönne es jedem, Weihnachten so besinnlich wie möglich zu feiern. Mit vielen Geschenken, Kerzen und nach der Bescherung, die erfahrungsgemäß nur wenige Minuten dauert, Papiermüll-Bergen in Höhe des Tschomolungma. Wen’s interessiert: Kartoffelsalat und Würstchen könnte ich auch an jedem anderen Tag im Jahr essen – wenn ich denn wollte.
Wie ich gelesen habe, geht an anderer Stelle ein Aufschrei durch eine User-Gemeinde, weil der Plattform-Betreiber keine Spendenaktion startet. Jeder möchte etwas Gutes tun (es ist ja Weihnachten). Ja Leute, was hindert Euch denn daran, selber was auf die Beine zu stellen? Es gibt doch ein Forum, da kann jeder, dem ein bestimmtes Projekt wichtig ist, es vorstellen und argumentieren, warum man gerade dafür die Geldbörse öffnen sollte. Es gibt große Hilfsorganisationen, die dafür stehen, dass das Geld da ankommt, wofür es gespendet wurde. Und man kann etwas Gutes tun an 365 Tagen im Jahr, nicht nur jetzt.
Der Sinn von LIQ ist doch nicht die Ansammlung wertloser Bonuspunkte, um danach den Hausherrn am Ende des Jahres dazu zu bewegen, es gegen Bares einzutauschen (Los, jetzt spende schon!). Jeder, der dort aktiv ist, macht es doch irgendwie mehr oder weniger, um anderen zu helfen bei den verschiedenen Fragen, die die Menschheit bewegt. Oder um Hilfe bei seinem eigenen Anliegen zu bekommen. Ein kostenloses Geben und Nehmen, Prinzip der Gegenseitigkeit.
Ein Aufschrei nach Spenden, obwohl offiziell zu lesen war, dass nicht Weihnachten, sondern im Frühjahr etwas Größeres geplant ist. Leute, größer ist BESSER – oder verwechsle ich da jetzt was? Ich bin gespannt, ob der Betreiber ob der Kritik von vielen Seiten nicht die Lust vergeht, eine größere Aktion zu starten.